Kate testet: Die Psych-Stabil-Infusion.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Herbst fordert den Körper anders als der Sommer. Weniger Licht, kühlere Temperaturen, ein voller Kalender nach der Urlaubszeit. Der Bedarf an Mikronährstoffen steigt genau dann, wenn die eigene Versorgung häufig nachlässt.

  • Ich wollte eine Infusion. Welche es wird, habe ich bewusst nicht selbst entschieden. In der Beratung mit Songül kam heraus, dass die Psych-Stabil-Infusion besser zu meinem Alltag passt als das, was ich mir vorher überlegt hatte.

  • Mein ehrliches Fazit: Ich schlafe besser, ich bin konzentrierter und ich fühle mich emotional stabiler. Das ist meine persönliche Erfahrung, kein Versprechen. Wer es genauer wissen möchte, lässt vorher Blut abnehmen.

Es gibt diesen einen Moment im September, den vermutlich fast jeder kennt. Der Urlaub ist vorbei, die Bräune verblasst, der Kalender füllt sich wieder und morgens ist es plötzlich dunkel, wenn der Wecker klingelt.

Man funktioniert, aber mit angezogener Handbremse. Bei mir war es letztes Jahr genau so. Dieses Jahr habe ich nicht gewartet, bis mich der Herbst einholt.


Warum der Herbst dem Körper mehr abverlangt

Der Jahreszeitenwechsel ist für den Körper kein sanfter Übergang, sondern eine echte Umstellung. Das Licht wird weniger, der Schlaf-Wach-Rhythmus verschiebt sich, die Temperaturen fallen und gleichzeitig steigt die Belastung im Beruf wieder an. September ist in vielen Unternehmen der Monat, in dem alles gleichzeitig anläuft.

Besonders deutlich lässt sich das am Vitamin-D-Status ablesen.

Die Auswertung „Vitamin D status among adults in Germany. Results from the German Health Interview and Examination Survey for Adults (DEGS1)" (Rabenberg et al., BMC Public Health, 2015) zeigt, wie stark dieser Wert in Deutschland mit der Jahreszeit schwankt. Zwischen November und April lagen bei 25 Prozent der Männer die Werte unter 30 Nanomol pro Liter, bei den Frauen zog sich dieser Zeitraum sogar bis in den Mai. Im Sommer sah das Bild deutlich besser aus. Der Herbst ist also die Phase, in der die Kurve nach unten zeigt.

Vitamin D ist dabei nur der Wert, den man am leichtesten messen kann. Unter anhaltender Belastung verbraucht der Körper auch andere Mikronährstoffe schneller, vor allem Magnesium und die B-Vitamine. Beide sind daran beteiligt, dass aus Nahrung tatsächlich Energie wird und dass das Nervensystem zwischen Anspannung und Erholung wechseln kann.

Das Unangenehme daran: Dieser Mangel zeigt sich als Müdigkeit, als Gereiztheit, als das Gefühl, den Kopf abends nicht mehr richtig leer zu bekommen. Und weil das im Herbst irgendwie alle haben, hält man es für normal.

Ich wollte eine Infusion. Ich wusste nur nicht, welche.

Ich bin also mit einer klaren Vorstellung in die Beratung gegangen. Ich hatte etwas im Kopf, das nach viel Energie klingt.

Beraten hat mich die liebe Songül und sie hat als Erstes das getan, was ich eigentlich erwartet, aber trotzdem nicht ganz erwartet hatte. Sie hat nicht über Infusionen gesprochen. Sie hat gefragt.

Wie ich schlafe. Wie ich einschlafe. Ob ich nachts aufwache. Wie meine Tage aussehen, wie viel ich reise, wie oft ich zwischen Terminen und Zeitzonen springe. Wann genau ich das Gefühl habe, dass mir die Energie ausgeht, morgens oder nachmittags. Wie ich mich fühle, wenn viel gleichzeitig passiert.

Ich habe ziemlich offen erzählt. Und irgendwann hat sie gesagt, dass das, was ich mir vorgestellt hatte, für mich vermutlich nicht die beste Wahl wäre. Nicht weil es schlecht ist, sondern weil es an einer anderen Stelle ansetzt als bei meinem eigentlichen Thema. Mein Thema war nicht fehlende Leistung. Mein Thema war fehlende Ruhe.

Ihr Vorschlag war die Psych-Stabil-Infusion. Eine Infusion, die nicht darauf zielt, noch mehr aus einem müden System herauszuholen, sondern die das Nervensystem und das allgemeine Wohlbefinden unterstützen soll. Sie hat mir erklärt, warum, sie hat mir gesagt, was ich realistisch erwarten kann, und sie hat mir genauso gesagt, was eine Infusion nicht leistet.

Was sie nicht getan hat: mir noch drei weitere Dinge dazu verkaufen. Das klingt nach einer Kleinigkeit. Für mich ist es der eigentliche Punkt.

Wie die Behandlung abläuft

Der praktische Teil ist unspektakulär, und das meine ich als Kompliment.

Man kommt an, wird empfangen, und geht in einen ruhigen Behandlungsraum. Der Zugang wird gelegt, was etwa so kurz piekst, wie Sie es von einer Blutabnahme kennen. Dann läuft die Infusion langsam ein. Bei mir hat das Ganze ca. 30 Minuten gedauert.

Ich hatte mir fest vorgenommen, in dieser Zeit noch ein paar Mails zu beantworten. Songül hat mich freundlich, aber sehr bestimmt davon abgebracht. Ich solle mir die Ruhe jetzt wirklich nehmen. Nicht arbeiten, nicht an die Liste im Kopf denken, einfach nur liegen und entspannen.

Und genau das habe ich gemacht. Zwischendurch schaut jemand kurz nach, ob alles in Ordnung ist, ansonsten ist es still. Diese gute halbe Stunde war für mich am Ende fast so wertvoll wie der Inhalt des Beutels. Ich war zum ersten Mal seit Langem einfach bei mir und bei meinen eigenen Gedanken, ohne dass etwas dazwischenkam. Ich bin nicht nur mit aufgefüllten Speichern wieder herausgegangen, sondern vor allem deutlich ruhiger.


Was die Forschung zu Mikronährstoffen und Belastung sagt

Jetzt der Teil, an dem ich als Biohackerin nicht vorbeikomme. Denn eine schöne Erfahrung ist noch kein Beleg.

Der interessanteste Grund, überhaupt über den Weg in die Vene nachzudenken, ist die Aufnahme. Die Arbeit „Vitamin C Pharmacokinetics: Implications for Oral and Intravenous Use" (Padayatty et al., Annals of Internal Medicine, 2004) hat gezeigt, dass sich über die Vene Plasmakonzentrationen erreichen lassen, die um ein Vielfaches über dem liegen, was oral überhaupt möglich ist. Der Darm begrenzt die Aufnahme irgendwann, die Vene umgeht diese Grenze. Das ist der eigentliche Unterschied zwischen einer Kapsel und einer Infusion.

Ob sich das auch im Befinden zeigt, hat die Studie „Intravenous vitamin C administration reduces fatigue in office workers: a double-blind randomized controlled trial" (Suh et al., Nutrition Journal, 2012) untersucht. 141 gesunde Erwachsene zwischen 20 und 49 Jahren erhielten entweder zehn Gramm Vitamin C intravenös oder eine Kochsalzlösung. Die Erschöpfungswerte unterschieden sich zwei Stunden und einen Tag nach der Gabe deutlich zwischen den Gruppen.

Für die beiden Bausteine, die bei Belastung zuerst knapp werden, ist die Lage differenzierter. Die systematische Übersichtsarbeit „The Effects of Magnesium Supplementation on Subjective Anxiety and Stress. A Systematic Review" (Boyle et al., Nutrients, 2017) hat 18 Studien ausgewertet und kommt zu einem vorsichtig positiven Ergebnis für Menschen, die ohnehin anfällig für Anspannung sind. Die Autorinnen und Autoren weisen selbst darauf hin, dass die Qualität der Studien sehr unterschiedlich ist. Genau so lesen wir das auch.

Bei den B-Vitaminen ist die Studie „The effect of 90 day administration of a high dose vitamin B-complex on work stress" (Stough et al., Human Psychopharmacology, 2011) aufschlussreich. 60 Berufstätige nahmen drei Monate lang einen hoch dosierten B-Komplex oder ein Placebo. Nach 12 Wochen berichtete die Vitamin-Gruppe über eine geringere persönliche Belastung und weniger gedrückte Stimmung. Andere Werte veränderten sich nicht.

Zusammengefasst heißt das: Die Bausteine, die in solchen Infusionen stecken, sind gut untersucht und die Effekte sind real. Sie machen aus einem erschöpften Leben kein anderes Leben, aber sie können die Grundlage verbessern, auf der alles andere aufbaut.

Was ich selbst gemerkt habe

Jetzt kommt der ehrliche Teil, der sich nicht mit einer Studie belegen lässt, weil er nur mich betrifft.

Das Erste, was sich verändert hat, war der Schlaf. Ich schlafe seitdem tiefer und vor allem schalte ich abends schneller ab. Genau das war mein größtes Thema. Das Zweite kam ein paar Tage später. Ich war konzentrierter und konnte länger an einer Sache bleiben, ohne dass mein Kopf nach 20 Minuten woanders war. Für meine Arbeit ist das der Unterschied zwischen einem guten und einem zähen Tag.

Und das Dritte ist am schwersten zu beschreiben. Ich war ausgeglichener. Dinge, die mich sonst kurz aus der Bahn werfen, haben mich einfach weniger beschäftigt. Das ist nicht messbar und ich weiß, dass Erwartung dabei eine Rolle spielt. Ich schreibe es trotzdem auf, weil es das war, was ich am deutlichsten gespürt habe.

Ich mag diese Infusion sehr. Sie wird jetzt fester Teil meiner Herbstroutine.


Der Schritt, der noch mehr bringt: erst messen

Eine Sache möchte ich zum Schluss unbedingt loswerden, weil sie meinen eigenen Blick verändert hat.

Ich bin mit einem Wunsch in die Beratung gegangen und mit einer Empfehlung herausgekommen. Das ist schon deutlich besser, als sich selbst etwas zusammenzustellen. Noch genauer wird es, wenn man vorher weiß, wo man tatsächlich steht.

Genau dafür gibt es bei U - The Longevity Club die Möglichkeit, vorab Blut abzunehmen und die relevanten Biomarker anzuschauen. Dann ist es keine Vermutung mehr, sondern eine Entscheidung auf Basis von Zahlen. Man sieht, welche Werte tatsächlich niedrig sind, die Infusion lässt sich entsprechend abstimmen, und man kann danach erneut messen.

Für alle, die keinen konkreten Anlass haben und einfach gut durch den Herbst kommen möchten, funktioniert es auch andersherum. Dann ist eine Infusion zwischendurch genau das, was sie sein soll: eine Unterstützung für Wohlbefinden und emotionale Stabilität in einer Phase, in der der Körper mehr verbraucht als sonst. Je nach Anliegen gibt es bei uns weitere Varianten, von der NAD+ Infusion über den Beauty Booster bis zur Jetlag Infusion für alle, die viel unterwegs sind.

Mein Fazit

Ich bin mit einer festen Idee gekommen und habe eine bessere bekommen. Das ist für mich der eigentliche Kern dieser Folge.

Eine Infusion ist keine Abkürzung und ersetzt weder guten Schlaf noch vernünftiges Essen noch Bewegung. Sie kann aber genau dann helfen, wenn all das schon stimmt und trotzdem etwas fehlt. Bei mir war der Herbst dieser Moment.

Wenn Sie gerade merken, dass Ihnen die Energie langsam ausgeht, laden wir Sie zu einem persönlichen Erstgespräch bei U - The Longevity Club ein. Wir hören zu, wir schauen uns Ihre Situation an, und wenn es sinnvoll ist, messen wir vorher. Was danach kommt, ergibt sich daraus.

Das war meine dritte Folge von “Kate testet”. Beim nächsten Mal probiere ich wieder etwas für Sie aus und berichte Ihnen ehrlich davon. Bleiben Sie dran.

 
 
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